Schulgarten St.Ursula - Jahresrückblick

Ein weiteres Gärtnerjahr geht seinem Ende zu. Das trifft zumindest auf die aktiven Arbeitsphasen im Freiland zu. Vorher muss der Garten jedoch auf den Winter vorbereitet und die diesjährig gemachten Erfahrungen bereits in die Planungsüberlegungen für das kommende Jahr einbezogen werden.

Wie auch der Winter vorher war der letztjährige ungewöhnlich schneereich. Unser Gerätehaus hat unter der Schneelast schwer gelitten und musste immer wieder davon befreit und abgestützt werden. Für den Garten war der Schnee eher günstig. Wir hatten den Boden der Beete mit Winterroggen bedeckt und zusammen mit der Schneeschicht sorgte dieser für einen guten Schutz der Krume.

Im Frühjahr konnten wir den Roggen untergraben und erhielten damit unsere erste Humuslieferung. Erfreulicherweise reichte diese Naturdüngung für die meisten Kulturen völlig aus: In der ersten Tracht ernteten wir Unmengen von Zuckerschoten und Schnittsalaten, gefolgt von Frühkartoffeln, Stangenbohnen und einer Vielzahl von prächtigen Rote-Bete-Knollen. Blattmangold wuchs in großen Mengen kontinuierlich nach und die Zucchinis entwickelten sich schneller, als wir ernten konnten. Und das alles ohne jeglichen Einsatz von Kunstdüngern!

Das zeitig sehr warme Frühjahr hatte uns dazu verleitet, es mit Melonen zu versuchen; ein Experiment, das wegen dem eher nassen und kühlen Hochsommer scheitern musste. Auch die Tomaten hätten ein wenig trockenere Wärme lieber gehabt, während der Zuckermais trotz dieses Wetter erstaunlich gut gedieh. Äpfel und Birnen waren gut, die Zwetschgen-Ernte dagegen eher unterdurchschnittlich.

Nun, Ende September erleben wir einen wunderschönen Altweibersommer. Da wir große Teile der Beete noch mit Grünkohl bestellt und sogar noch junge Erdbeeren gepflanzt haben, muss jetzt durchaus weiterhin gewässert werden. Eine kleine Solaranlage ermöglicht es uns seit diesem Jahr, eine elektrische Grundwasserpumpe zu betreiben, ein außerordentlich Erleichterung.

Die frei gewordenen Beete sind mit Phacelia bedeckt, einer Gründüngungspflanze, die den Boden schützt und nach dem Absterben untergegraben wird.

Das Gärtnerteam musste eine personelle Herausforderung bestehen. Im Zuge der allgemeinen Kostensenkung ging die St.Ursula-Schule auf ein anderes Modell der Stundentafel über, weshalb der bisher übliche Profilunterricht der 7. und 8. Klassen entfiel. Nunmehr ist „Gartenbau“ eine frei anwählbare Arbeitsgemeinschaft, ohne Zeugnisrelevanz und Zensurengebung.

Glücklicherweise hat sich ein neues Gärtnerteam aus Schülern der 7. und 8. Klasse gefunden; wir treffen uns regelmäßig am Donnerstag nach der Mittagspause und arbeiten zwei Schulstunden gemeinsam im Schulgarten.

Demnächst werden wir ein Igelhaus bauen, Insektenhotels und ein Gartenteich sind geplant! Gärtnern wird nie langweilig, diese Erfahrung eint junge und alte Gärtner.

Gut Grün für 2012!

Thomas Ivanovs