9.11.2017 – Kreativphase

Heute beginnt die Output-Phase des Seminars. Es haben sich neue, international gemischte Gruppen zusammengefunden, deren Mitglieder die gleichen Interessen teilen. Dieses Jahr gibt es wieder Theater-, Musik- und Kunstgruppen, sowie neu dabei ein Koch- und Backworkshop und ein Fotografieprojekt.

Die Intention aller Vorhaben ist es das zuvor Erfahrene zu verarbeiten und am Samstagnachmittag zu präsentieren. Die Ergebnisse sollen entweder Probleme zwischen den Religionen und gegebenenfalls Lösungsversuche widerspiegeln, oder auf andere Art und Weise Interreligiösität zum Ausdruck bringen und auf das Thema aufmerksam machen. Das Besondere an unserem Seminar ist, dass uns große Freiheiten bei der Ausführung unserer Ideen gegeben werden.

Die nächsten zweieinhalb Tage werden alle in Zusammenarbeit mit den Religionsvertretern bemüht sein die Projekte auszuarbeiten und rechtzeitig fertigzustellen. Aus der Erfahrung früherer Seminare: Die besten Ideen erfordern intensivste Arbeit bis zur letzten Minute - häufig auch noch nach dem Abendbrot. Allerdings entstanden hier zumeist die am längsten währenden, grenzüberschreitenden Freundschaften der ganzen Woche.

8.11.2017 – Exkursion nach Görlitz

Zur Mitte der Woche wird für gewöhnlich eine Exkursion unternommen, deren Ziel sich nach der jeweiligen Thematik der Woche richtet.

Heute haben wir die Görlitzer Synagoge besichtigt. In der Stadt gibt es momentan keine jüdische Gemeinde, aber die Synagoge wird derzeit renoviert mit dem Ziel, dass sich eine neue Gemeinde etablieren kann. Wir erfuhren viel für die Geschichte des Judentums in Deutschland und insbesondere in Görlitz. Die Synagoge ist ein Symbol für das Bemühen um eine multireligiöse Stadtgemeinschaft.

Den Rest der Zeit hatten wir die Möglichkeit uns Görlitz genauer anzusehen. In kleinen Gruppen haben wir die Altstadt, die Einkaufsstraße und andere Sehenswürdigkeiten erkundet.

7.11.2017 - Input-Phase

In fünf verschiedene, international gemischte Gruppen aufgeteilt, begann gestern die Input-Phase des Seminars.

Neben den Schülerinnen und Schülern und Lehrerinnen und Lehrern begleiten uns auch Vertreter aller fünf Religionen die gesamte Woche. Diese stellten jetzt allen nacheinander jeweils ihre Religion vor. Da man eine Religion nicht in anderthalb oder zwei Stunden zusammenfassen, sondern nur einen Überblick verschaffen kann, ist die Besonderheit dieses Seminars jederzeit, ob beim Mittagessen oder einfach zwischendurch, auf die Referenten zurückkommen zu können und noch ungeklärte Fragen genauer beantwortet zu bekommen. Die Vorträge wurden durch kleine Videoclips oder durch praktische Einlagen – wie zum Beispiel Meditationen oder das Singen von hinduistischen Mantras – veranschaulicht.

Es wurde ein vollkommen neuer Blickwinkel auf die Religionen offenbar, als der, der üblicherweise im Schulunterricht vermittelt wird.

6.11.2017 - Erzählcafé

Der Montag beginnt traditionell mit dem Erzählcafé. Jedes Land hatte zuvor eine „Hausaufgabe“ bekommen, die heute den anderen Ländern vorgestellt wurde. Es galt zum Einen das eigene Land zu präsentieren und zum Anderen Beispiele für das harmonische und disharmonische Zusammenleben der Religionen aufzuzeigen. Beispielsweise werden vielerorts interreligiöse Weihnachtsfeste veranstaltet oder ein gemeinsames Fastenbrechen, zu dem die Muslime auch Angehörige anderer Religionen einladen. Weit verbreitet waren allerdings auch Grabschändungen und Benachteiligungen aufgrund einer bestimmten Religionszugehörigkeit.

Es entstanden erste Diskussionen und so langsam prägten sich die Namen der anderen Teilnehmer ein. Nach gut zwei Stunden hatte sich jeder einen Eindruck darüber verschafft, wie die Religionen in den anderen europäischen Ländern miteinander oder nebeneinander leben.

5.11.2017 - Ankunft

Endlich ist es wieder soweit – die Marienthal-Woche hat begonnen! Aus sechs Nationen sind 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammengekommen, um den Dialog zwischen den Religionen weiterzuführen. Wir treffen hier sowohl auf einige alte Bekannte, als auch auf viele neue Gesichter. In den kommenden Tagen werden wir uns mit den Vertretern der fünf Weltreligionen Islam, Judentum, Christentum, Hinduismus und Buddhismus über ihren und unseren Glauben austauschen, über Gemeinsamkeiten und Unterschiede diskutieren und hoffentlich interessante Anhaltspunkte finden, die uns als Anstöße für weitere Studien dienen.

Den Anfang macht morgen das Erzählcafé unter dem Thema „Beispiele für harmonisches und disharmonisches Zusammenleben zweier oder mehrerer Religionen in den betreffenden Ländern“.

Aktuelles aus Marienthal

Ab dem 5. November ist es wieder soweit, wir treffen unsere Parterschulen aus fünf weiteren Ländern wieder und diskutieren über interreligiöse Themen. Ab Montag könnt ihr hier alles mitverfolgen.

Netzwerk St. Marienthal - Schulen ohne Grenzen

Im Dreiländereck Deutschland - Polen - Tschechien unweit der sächsischen Stadt Görlitz liegt das Kloster St. Marienthal. Seit Beginn der 90er Jahre ist St. Marienthal der Sitz eines Internationalen Begegnungszentrums, dessen wichtigstes Anliegen es ist, Brücken zu bauen zwischen den Ländern West- und Osteuropas.

1994 erhielt die St. Ursula-Schule Hannover das Angebot, ein europäisches Schulnetzwerk aufzubauen, das gemeinsame Projekte organisieren und in St. Marienthal regelmäßig internationale Schülerseminare durchführen sollte.

Seit seiner Gründung ist das Schulnetzwerk, das seit 2013 den Namen Netzwerk St. Marienthal trägt, auf nunmehr 12 Schulen aus neun europäischen Nationen angewachsen. Es verbindet mittlerweile Partner von Schweden bis Italien und von Wales bis Litauen.

Das Ziel, das sich das Netzwerk St. Marienthal gesetzt hat, ist es, durch Schaffung eines "europäischen Bildungsraums im Kleinen" und durch die Förderung persönlicher Kontakte jungen Menschen das Ideal eines vereinten Europas zu vermitteln und bei ihnen die Bereitschaft zu wecken, an der Lösung wirtschaftlicher, politischer, sozialer und ökologischer Probleme über Grenzen hinweg mitzuarbeiten.

Die beiden ersten Seminare des Netzwerks, die in St. Marienthal stattfanden, waren im Wesentlichen Planungstreffen, bei denen Konzepte für die künftige Arbeit entstanden. Die Schülerseminare, die folgten, untergliederten sich in Zeitzeugenseminare, in denen Erinnerungsarbeit geleistet wurde, und interkulturelle Seminare, die sich mehr aktuellen Themen widmeten. In den Zeitzeugenseminaren konnten die Teilnehmer z.B. mit Holocaust-Überlebenden sprechen und mit ihnen Gedanken und Erfahrungen austauschen; auch Unterdrückung und staatliche Gewalt in der Zeit des Kommunismus stand dort im Blickfeld. Zu den aktuellen Themen der interkulturellen Seminare gehörten so unterschiedliche Bereiche wie behindertengerechtes Bauen, Europas Umgang mit Flüchtlingen oder das europäische Theater. Weit über eintausend junge Europäer haben seit dem Gründungsjahr 1994 an den Projekten des Netzwerks teilgenommen.

 

Zeitzeugenprojekt "Erinnern für die Zukunft"

Einen anschaulichen Eindruck vom Projekt der Begegnung mit Zeitzeugen aus der Zeit des Nationalsozialismus vermittelt die Homepage zum Seminar, das unter dem Motto "Erinnern und Zukunft" vom 06.-13. Oktober 2010 in St. Marienthal stattfand. Schilderungen des Seminargeschehens, Fotos und ein Video geben Zeugnis von der Vielfalt und Intensität dieser Begegnung.

 

Netzwerk St. Marienthal – 20 Jahre in 10 Minuten

     

Interreligiöse Dialoge - Seminar in St. Marienthal Oktober 2015

Ein Seminar ganz anderer Art fand vom 4.-11. Oktober 2015 in St. Marienthal statt. Es beschäftigte sich mit Glaubensinhalten, Traditionen und Praktiken von Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus. Das Treffen sollte einen Dialog anstoßen, der zu besserem Verständnis anderer Religionen, zu Toleranz und gegenseitigem Respekt führt. Siehe dazu "St. Marienthal 2015".

Seminarvideos

Während der Seminare und in den Phasen der Vorbereitung entstand eine große Zahl von Videos, die einen Eindruck von der Arbeit des Netzwerks geben und die thematischen Zusammenhänge veranschaulichen. Neben Filmen, die an den verschiedenen Schulstandorten überall in Europa gedreht wurden, gehören dazu auch Kurzfilme und Videoclips, die die Seminarteilnehmer in St. Marienthal in internationalen Teams unter der Leitung von Fachleuten produzierten. Außerdem erhalten "Alumni", ehemalige Teilnehmer an Seminaren sowie Mitbegründer des Netzwerks, das Wort. In Video-Interviews berichten sie von persönlichen Erfahrungen und reflektieren über die Bedeutung internationaler Jugendbegegnungen.

Onlineradio

Einige der interkulturellen Seminare wurden von internationalen Onlineradio-Redakteuren begleitet, die zu den jeweiligen Themen recherchierten und verschiedene Aspekte in Podcasts darstellten. Diese Podcasts wurden durch Texte und Fotos ergänzt. 

Link zur Onlineradio-Seite des Seminars "Visionen 2020 - nachhaltiges Leben in Europa"

Internationellt arbete

Aus dem Archiv: So kommentierte unsere Partnerschule in Köping / Schweden das Gruppenfoto der Teilnehmer am Seminar "Gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus".

Den 27 oktober reser Anna Ulfves och Christer Bogårdh tillsammans med eleverna Jesper Nygren, Robert Eriksson, Ida Nilsson och Malin Larsson (alla från MP) till klostret St Marienthal, Ostritz, Tyskland. Där kommer man att under tio dagar arbeta tillsammans med gymnasieungdomar från åtta deltagarländer kring temat "Mot rasism och främlingsfientlighet".